Der aktuelle Forschungsbericht KMU im Fokus beleuchtet die Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) für die österreichische Wirtschaft. Er präsentiert zentrale KMU-Indikatoren und wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus erstellt.
In Österreich zählen 2023 rund 579.500 KMU zur marktorientierten Wirtschaft – das entspricht 99,7 % aller Unternehmen. Sie beschäftigten rund 2,5 Mio. Erwerbstätige und bildeten 53.700 Lehrlinge aus. Die KMU erwirtschafteten eine Bruttowertschöpfung von € 168 Mrd. – rund 56 % des Gesamtwertes der marktorientierten Wirtschaft.
Erste Abschätzungen der Entwicklung für 2024 zeigen eine stabile Beschäftigungszahl, aber einen leichten Rückgang der realen Bruttowertschöpfung und einen geringfügigen Anstieg der Unternehmenszahlen.
Die betriebswirtschaftliche Lage zeigt im Bilanzjahr 2022/2023 einen leichten Rückgang der Rentabilität, während die Eigenkapitalquote ansteigt.
Die Stärken der österreichischen KMU liegen in der Internationalisierung mit einem KMU-Anteil von 40 % an den Warenexporten, der Nachhaltigkeit mit 42 % der KMU, die umweltfreundliche Produkte anbieten und dem guten Zugang zu Finanzierung. Herausforderungen liegen in der nachlassenden Innovationsleistung, der geringen Risikokapitalfinanzierung und den höheren Arbeitskosten.
Österreich will bis 2040 Klimaneutral werden, dabei spielen KMU eine Schlüsselrolle. Sie sind für 40 % der CO2-Emissionen verantwortlich, bieten aber zugleich wesentliche Umweltlösungen an. Eine Befragung von mehr als 2.260 Unternehmen zeigt, dass KMU über ein mit Großunternehmen vergleichbares grünes Know-how verfügen und stark motiviert sind, einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Allerdings mangelt es an Vertrauen in die Klimapolitik, die als wenig glaubwürdig wahrgenommen wird.
Dennoch konnten in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für die grüne Transformation erzielt werden. Bei der Weiterentwicklung des politischen Instrumentariums sollte verstärkt auf die Stabilität der Rahmenbedingungen, die Bündelung von Maßnahmen und die Nutzung von Synergien, die Unterstützung auf überbetrieblicher Ebene und die Einbindung des KMU-Sektors geachtet werden.